rheinhiphop
SUFF DADDY - SUFF SELLS



Künstler: Suff Daddy
Titel: Suff Sells
: 31.05.2012
Label: Melting Pot Music
Features: Miles Bonny, Flat Pocket (aka Twit One & Lazy Jones), Fleur Earth, Phat Kat, Elzhi, Hulk Hodn, Vertual Vertigo


 
Die Nachricht erreichte uns schon vor einiger Zeit: Der Wahlberliner und Produzent Suff Daddy, der uns schon mit so vielen Tracks erfreut hat, wandert nach Australien aus. Es stellte sich die Frage, wie sich das auf seine Musik auswirken würde. Die Antwort: Kaum. Suff Daddy versicherte, dass er das Produzieren nicht bleiben lassen werde, nur würden seine live Gigs jetzt wohl erstmal wieder etwas seltener werden. Bei Mixery Raw Deluxe kündigte er allerdings noch an, dass seine Partyreihe Beat Geeks weiter laufen sollte.

Um sich gebührend zu verabschieden, musste der Beatbastler dem heimischen Musikfreund noch etwas hinterlassen und eben diese Hinterlassenschaft ist „Suff Sells, eine 29 Tracks starke 67 Minuten andauernde Platte, die sich größtenteils, aber eben nicht ganz, aus Instrumentalen zusammen setzt. Obwohl Suff Daddy bereits mit dem ein oder anderen deutschen (u.a. Audio88, Fleur Earth, Morlockk Dilemma) und auch amerikanischen Künstler (u.a. Guilty Simpson & Miles Bonny) zusammen gearbeitet hat, glänzt er auf „Suff Sells“ hauptsächlich selbst als Virtuose am Korg und durch seine wunderbare Sampleauswahl. Vocalparts sind auf dem Album zwar nur wenige zu finden, dafür sind sie dann aber umso schöner. Neben der hauseigenen (und exquisiten) Fleur Earth gibt sich Lumberjack Miles Bonny in Sachen Soul die Ehre, für die Rapparts gibts Vertual Vertigo auf die Ohren UND man höre und staune Elzhi und Phat Kat. Mit den Features hat sich Suff Daddy als bekennender Dilla-Jünger wohl sicher so etwas wie einen musikalischen Traum erfüllt.

Im direkten Vergleich zu seiner letzten LP, den „Gin Diaries“ von 2010, begeht Suff Daddy auf „Suff Sells“ neue Wege. Wo
die Beats bei den vorausgegangenen Auskopplungen noch sehr samplelastig waren, nimmt jetzt Suffs gezocke auf den Synthesizern eine wesentlich prominentere Rolle ein. „Suff Sells“ ist eigentlich kein Album, das man gut nebenbei hören kann. Es fordert dem Hörer ab, sich auf die Musik einzulassen. Lässt man es nur so im Hintergrund laufen, bekommt man etwas zu sehr den Eindruck von „Fahrstuhlmusik“. Das liegt nicht zuletzt daran, dass dem Album die herausragenden Tracks fehlen. Zu wenige der 29 Nummern besitzen das Potential dem Hörer seine ungeteilte Aufmerksamkeit abzuverlangen, ein Phänomen, das häufig bei instrumentallastigen Alben auftritt.

Besondere Juwelen des Albums sind die Tracks mit Elzhi und Phat Kat (DET2BLN) und Vertual Vertigo (Twisted), aber auch Nummern wie das finstere "Bad Night Out" oder die pushende "Suff Disco" vermögen zu begeistern. Die persönlichen Favoriten sind aber definitiv "Pattern Select" mit der wunderbaren Blues-Gitarre und "Bo Brenk", ein Track, der zum kollektiven Genickbruch durch Kopfnicken aufruft.

Die Anzahl der Anspielpunkte sind schlussendlich etwas viel. 29 Tracks sind eine beinahe erschlagende Menge und das auch bei einer Anspieldauer von im Schnitt wohl nur zwei Minuten pro Track. „Suff Sells“ ist in keinem Falle ein schlechtes Album, ein wirklich schlechtes könnte Suff Daddy wohl auch nicht produzieren. Dem Album fehlt es auch nicht an Höhepunkten, doch die Absetzung vom Durchschnitt hin zum Hit gelingt dann doch leider einfach nicht oft genug. Dem Album hätte es gut getan, wenn vor dem Pressen noch der ein oder andere Track gestrichen worden wäre. Die gnadenlos gute erste EP „EFIL4FFUS“ von 2008 und das traumhafte „Gin Diaries“ Album von 2010 besaßen diese Schwäche nicht. Das
Problembei Suff Sellsist also weniger die Qualität der Stücke als vielmehr die Quantität, die das Gesamtwerk nicht so gut darstehen lässt wie die Vorgänger.
Natürlich will ich trotzdem mehr hören von Suff Daddy. Vielleicht bringt der Tapetenwechsel ja auch einen ganz neuen Flavour. Wir bleiben gespannt und freuen uns auf den ersten Beat aus Down Under.

Tracklist (Vinyl):
A1. Intro (Ela Drums Restored)
A2. P.G.O.B. ft. Miles Bonny
A3. Feelin Allright
A4. Drinks
A5. Jimmy Smith Interlude
A6. Quicc Beat
A7. Pattern Select
A8. Giscar Sob ft. Flat Pocket (Twit One & Lazy Jones)
B1. Ultimate Interlude
B2. Dr. Banard
B3. Bad Night Out
B4. Stein Im Brett ft. Fleur Earth
B5. Make It Drip
B6. Lovin You
B7. K.C. Vodka
C1. Dexter Wansel Interlude
C2. Det2bln ft. Phat Kat & Elzhi (Slum Village)
C3. Quicc Jazz
C4. Suff Disco
C5. Take’em To The Kiosk
C6. Elephant
C7. Bo Break
D1. Gimlet ft. Hulk Hodn (Huss & Hodn)
D2. Beate
D3. Cold Lampin
D4. Twisted ft. Vertual Vertigo
D5. Dilemma
D6. Supersilverhaze
D7. Flakey


Clips:
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14 Jun 2012 by lbp
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